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Hufrehe-Auslöser

 
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Itancana
Rehe-Leitpferd (admin)
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Anmeldungsdatum: 14.12.2007
Beiträge: 18028
Wohnort: Preetz

BeitragVerfasst am: So Dez 16, 2007 21:58    Titel: Hufrehe-Auslöser Antworten mit Zitat

Welche Hufrehe-Auslöser gibt es und was geschieht dabei im Körper der Pferde:

Ganz generell kann man sagen, bei jeder Form von Hufrehe sterben durch sehr schlimme Ernährungsstörungen im Huf unzählige Zellen ab.

Meistens kommt es zu diesen Ernährungsstörungen, weil es vorher zu Durchblutungsstörungen kommt. Das ist aber nicht immer so.

Das, was wir dann als Hufrehe erleben, ist genau genommen schon etwas ganz anderes. Es ist der Heilungsprozeß. Das, was im Huf passiert um zu verhindern, dass noch mehr Zellen absterben und das Pferd stirbt. Was der Körper dann dabei tut, erkläre ich Euch am Schluß.

Zunächst mal zu den Hufrehe-Auslösern, die mir so einfallen. Es kann sein, dass ich dabei den einen oder anderen auch noch möglichen Auslöser vergessen könnte.

Nachgeburtsrehe:

Ich persönlich habe noch nie eine Nachgeburtsrehe erlebt und selbst in meinem Forum bisher so einen Fall noch nicht gehabt. Ich kann daher nur angelesen und sehr pauschal sagen, durch die Geburt bilden sich im Körper des Pferdes Toxine (Gifte), die dann die Hufrehe auslösen.

Ich habe einmal über mein Forum etwas anderes mitbekommen. Eine Stute, die schon mehrfach Hufrehe gehabt hatte, wurde dennoch gedeckt. Sie verfohlte und hatte danach monatelang mit Hufrehe zu tun. Die Besitzerin des Tieres traute sich aber nicht, das in meinem Forum oder in einem Nachbarforum zu erzählen, sondern schrieb dort die Unwahrheit über die Gründe der Hufrehe ihres Pferdes. Wäre nett, wenn Ihr in meinem Forum, solltet Ihr Euch dort einloggen, die Wahrheit erzählt. Nur das kann ja den anderen weiterhelfen. Jede Lüge verfälscht meine Statistik.

Die Trächtigkeit scheint auf jeden Fall für ein zu Rehe neigendes Pferd gefährlich zu sein. Ich würde aber so eine Stute schon deshalb nicht decken lassen, weil ich glaube, dass sich die Hufreheneigung vererben kann.

Belastungsrehe

Es gibt drei Gründe für eine Belastungsrehe.

Einmal kann das in schlechter Hufbearbeitung liegen. Vernageln und dadurch eine Entzündung, falsches Ausschneiden in jedweder Form wie Sohle zu sehr ausschneiden. Falsches Ausschneiden wird ein Schmied oder mancher schlecht ausgebildete Hufpfleger normalerweise nicht absichtlich machen. Anders die Hufheilpraktiker nach Straßer. Die lernen das so und es ist vorprogrammiert, dass es zu üblen Lederhautentzündungen kommt, woraus ganz leicht eine Belastungsrehe entstehen kann, gefolgt bei dieser Art der Hufpflege immer von sehr schmerzhaften Hufgeschwüren.

Ähnlich ist das durch Prellen der Sohle bei zu heftigem Galopp auf zu hartem Boden mit einem Pferd, das das nicht gewohnt ist.

Aber so ein Galopp kann auch noch auf andere Weise eine Belastungsrehe auslösen. Durch die Überanstrengung mit einem nicht gut trainierten Tier wird zu viel Laktat (Milchsäure) in der Muskulatur gebildet. Der Körper übersäuert und es kann passieren, dass das Pferd diese Milchsäure nicht schafft, schnell genug abzubauen. Es ist ein ähnlicher Vorgang wie bei der Hufrehe durch Fehlgärungen im Darm. Hierbei kommt es dann zu Durchblutungsstörungen, die nicht nur in den Hufen, sondern eigentlich im ganzen Pferd stattfinden.

Vergiftungsrehe

Die Rehe wird durch Giftpflanzen auf der Weide oder im Heu, sicher auch besonders oft in der Silage, wo die Pferde sie nicht bemerken und wo die Gifte nicht wie häufig im Heu unwirksam werden, ausgelöst. Es muss sich nicht generell um Giftpflanzen handeln. Auch Schimmel oder biogene Amine im Futter können sehr giftig sein. Auch in diesem Fall ist Silage ein besonderes hoch anzusetzendes Risiko.

Auch Klee kann zum Gift werden. Es gibt Kleearten, die so viel Blausäure enthalten, dass die Enzyme, die Pferde haben, diese Bläusäure abzubauen, nicht ausreichen. Klee enthält aber gleichzeitig zusätzlich extrem viel Stärke und extrem viel Eiweiß.

Viel Klee auf der Weide sollte man versuchen wegzubekommen. Er ist für Pferde sehr gefährlich.

Hufrehe durch Hyperlipidämie

Manche Pferdehalter oder auch Tierärte meinen, weil dicke Ponys besonders zu Hufrehe neigen, diese müßten drastisch abspecken und lösen genau dadurch erst die Hufrehe aus. Zu viel Fett aus den Fettzellen kann der Stoffwechsel eines Ponys gar nicht verarbeiten. Auch hierdurch kann es zu Durchblutungsstörungen und damit zu Hufrehe kommen. Außerdem lagern sich in den Fettzellen oft Gifte ab, die dann massenhaft in den Stoffwechsel gelangen und man kann durch das Hungern auch eine Vergiftungsrehe riskieren. Meistens ist es eine Kombination aus beidem, was dann passiert.

Also Fazit daraus: Wenn das Pferd abnehmen soll, langsam, ganz langsam !!!

Fütterungsrehe

Hufrehe durch zu viel Stärke, besonders bei Pferden mit zusätzlichen Erkrankungen

Wie ich eben schon erwähnte, enthält Klee sehr viel Stärke. Auch zu viel Kraftfutter, Brot, große Mengen Obst oder Möhren können zu viel Stärke enthalten. Ich bin nicht sicher, ob das nicht sogar bei ganz jungem Gras möglich sein könnte, konnte das nie rausfinden, wie genau sich die Zellulose, die ja in längerem Gras und Heu drin ist, im jungen Gras aufbaut. Aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass da auch zuerst Zucker und dann Stärke entsteht und sich erst dann weiter aufbaut zu Zellulose.

Beim Kraftfutter möchte ich davor warnen, einem Pferd gleich mehrere Kilo auf einmal zu geben. Das ist einfach zu viel. Dasselbe gilt bei Äpfeln, Möhren und dergleichen. Ein Pfund bei einem kleineren Pferd oder Kilo bei einem großen pro Mahlzeit sind aber völlig in Ordnung.

Und dann seid vorsichtig mit dem frischen Gras, noch vorsichtiger, wenn viel Klee dazwischen ist.

Wenn das mit der Stärke zu viel wird, passiert nämlich folgendes: Sie kann von den Dünndarm-Enzymen nicht mehr verdaut werden und gelangt in den Dickdarm. Dort vermehren sich Streptokokken und machen das Millieu saurer. Dadurch fühlen sich Milchsäuregärer wohl und nehmen ebenfalls zu, machen das Millieu noch saurer. Dadurch sterben die Bakterien ab, die Zellulose verdauen, denn die vertragen diese Säuren nicht. Ihre Zellwände zersetzen sich, enthalten üble Gifte, die sogenannten Endotoxine. Die machen die Darmwand dann auch noch extra durchlässig und sowohl diese Endotoxine als auch Laktat (Milchsäure) gelangen durch die Dickdarmwand ins Blut und überall in den Körper.

Der Stoffwechsel entgleist dadurch dergestalt, dass er Kohlenhydrahte nicht mehr richtig verstoffwechseln kann, die Zellatmung stockt, der Blutzuckerspiegel steigt an, auch die Blutfettwerte, die Blutgefäße verstopfen vor allen Dingen in so feinen Gefäßen wie den Kapillaren der Hufe, das Blut wird überhaupt dicker, es sterben massenhaft Zellen ab, auch in den Hufen. Und jetzt springt halt das Immunsystem an, um den Schaden zu reparieren.

Die Krankheiten Equines Cushing-Syndrom, Equines Metabolisches Syndrom oder EPSSM bewirken, dass Pferde noch viel weniger Stärke vertragen, weil bei diesen Krankheiten Laktat noch viel schlechter abgebaut werden kann als bei einem eigentlich gesunden Pferd.

Dasselbe passiert übrigens möglicherweise bei einer Behandlung des Pferdes mit Cortison, die Hufrehe durch Cortisongabe ist keine Seltenheit.

Eine Impfung bei einem geschwächten Pferd kann sich ähnlich auswirken, mit etwas Pech sogar eine Wurmkur. Macht sowas nur, wenn das Pferd wirklich kerngesund ist.

Hufrehe durch zu viel Eiweiß

Zu viel Eiweiß ist häufig in junger Weide, ganz viel auch wieder in Klee, kann auch wieder in Riesenmengen Kraftfutter drin sein.

Was passiert? Überschüssiges Eiweiß wird einerseits glucoplastisch in Glucose umgewandelt, aber auch zu Harnstoff. Bei der Synthese von Harnstoff wird viel Arginin abgebaut. Das stiehlt jetzt einmal dem Körper Stickstoffmonixid (NO), einen Stoff, der über die Muskulatur ergänzend zum Sauerstoff, der über das Hämoglobin im Blut transportiert wird, über das Myoglobin in der Muskulatur transportiert wird. Der Zellatmung fehlt so also Sauerstoff, um Energie gewinnen zu können. Außerdem entstehen dann dadurch sehr viele freie Radikale.

Des weiteren verbraucht die Harnstoffsynthese sehr viel Mangan, die aufgrund des wegen Mangel an NO stattfindende Laktatbildung in der Muskulatur außerdem, denn für den Laktatabbau wird Mangan gebraucht.

Die Abwehr des Körpers gegen viele freie Radikale schwächt die Spurenelemente Kupfer, Zink und Mangan außerdem, weil diese in den Abwehrsystemen benötigt werden. Auch Vitamin C wird dabei viel verbraucht.

Diese Stoffe wiederum aber werden gebraucht, damit der Körper auch aus normaler Linolsäure wie in Sonnenblumen- oder Distelöl die Prostaglandine aufbauen kann, die gegen das Verklumpen der Blutplättchen bei der Immunreaktion gebraucht werden. Das wären so Sachen wie Prostaglandin E1, aber auch Heparansulfat und körpereigenes Heparin, diese werden aber aus Eiweiß und Zucker gebildet, aber auch Mangan-abhängig. (Heparinspritzen helfen deshalb, weil da der Körper nicht alleine schafft, sich zu helfen.)

Gären kann zu viel Eiweiß im Dickdarm übrigens auch. Es entstehen dann Zellgifte wie Merkaptane, Cadaverin oder Schwefelsäure, die sich ähnlich negativ wie die Endotoxine aus der Stärke-Gärung im Darm auswirken.

Jetzt nochmal Klee

Kleeweiden sind bei Hufrehe der Supergau. So sehe jedenfalls ich das und auch die meisten meiner wirklich aktiven Mitglieder. Sie enthalten zu viel Stärke, was da passiert, habt Ihr gelesen. Dann zu viel Eiweiß, das habt Ihr auch gelesen. Und mit Pech hohe Mengen Blausäure.

Diese Blausäure wandelt das Pferd enzymatisch in einen ungefährlicheren Stoff um. Dieser ungefährlichere Stoff verbraucht aber sehr viel Jod. Dadurch werden die Schilddrüsenfunktionen gestört. Der Energiestoffwechsel stockt und letztendlich kommt es zu ähnlich ungünstigen Stoffwechselstörungen wie beim Equinen Metabolischen Syndrom aufgrund von Jodmangel.

Schreckgespenst Fruktan

Ehrlich gesagt halte ich nicht viel von der Fruktan-Theorie, nicht in Deutschland und da leben wir ja nunmal. Auch wenn die Versuche ergeben haben, dass man mit Fruktan bei Pferden Hufrehe auslösen kann (es würde sich ähnlich auswirken wie Stärke, nur direkt die Laktat-bildenden Bakterien ernähren und nicht erst die Streptokokken), hier bei uns bildet es sich nicht in solchen Mengen in den Gräsern. Es könnte allerhöchstens ergänzend hinzukommen, würde ich sagen. Ich würde jetzt fruktanreiche Arten wie Weidelgras oder Trespen nicht auf meiner Weide aussähen. So sehen diese beiden Arten aus. Unten seht Ihr links eine Weidelgrasart und rechts eine Trespenart.



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Lieben wir sie deshalb so, die Pferde, weil sie Zeugen sind aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Freiheit nicht nur ein bloßes Ideal gewesen sein mag. Einmal hat es diese Freiheit wohl gegeben.


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