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Itancana Rehe-Leitpferd (admin)


Anmeldungsdatum: 14.12.2007 Beiträge: 18028 Wohnort: Preetz
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Verfasst am: So Dez 16, 2007 21:43 Titel: Sofortmaßnahmen bei Hufrehe |
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Sofortmaßnahmen bei einem akuten Hufreheschub:
Falls Euer Pferd auf einer Weide steht, wenn Ihr bemerkt, dass es Hufrehe haben könnte, nehmt es erstmal sofort vom Gras, stellt es in einen Auslauf oder steckt ihm eine wirklich kleine Ecke Grasland ab (eventuell mit dem Rasenmäher drüber, falls da zu viel wächst) und gebt ihm Heu (keine Silage). Manche Tierärzte oder auch Tierhalter empfehlen eher Stroh. Ich halte davon nichts. Hufrehe kommt fast immer von einer Störung der Darmbakterien, was ich später noch erklären werde, und Stroh ist nicht geeignet, um die „guten“ Darmbakterien zu ernähren. Heu ist besser.
Solltet Ihr das Gefühl haben, die Hufrehe könnte von Silage oder sogar Heu gekommen sein, weg damit. Das Heu könnte schimmelig gewesen sein oder Giftpflanzen enthalten. Kauft anderes. Es gibt Giftpflanzen, die auch im Heu nicht an Wirkung verlieren.
Bei Silage ist diese Gefahr noch viel größer, zumal die Pferde anders als auf der Weide dann vielleicht nicht merken, dass sie Giftpflanzen zu sich nehmen. Ich würde, wenn es sich irgendwie vermeiden läßt, Pferde generell nicht mit Silage füttern.
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Der zweite Schritt bei Hufrehe ist, sofort den Tierarzt anzurufen. Ich hoffe, Ihr habt einen guten Tierarzt. Wenn der dem Pferd nur reine Schmerzmittel verschreiben sollte, habt ihr keinen guten. Dann ruft den nächsten.
Es ist wichtig bei Hufrehe, dass man so schnell wie möglich handelt. Die Durchblutung in den Hufen, die bei dieser Krankheit eine Weile nicht richtig funktioniert hat, was zum Massensterben von Zellen in den Hufen führt, muss so schnell wie möglich wieder laufen. Es kommt sozusagen auf jede Stunde an.
Ein guter Tierarzt gibt dem Pferd etwas zur Blutverdünnung. Meistens ist das das Medikament Heparin. Es gibt aber auch andere blutverdünnende Medikamente. Das Beruhigungsmittel Vetranquil wird auch manchmal gegeben. Es senkt den Blutdruck und macht die Blutgefäße weiter. Das macht einen gewissen Sinn. Ich persönlich halte aber Heparin für besser. Eine andere Alternative wäre ein Aderlaß, denn auch auf diese Art wird natürlich das Blut verdünnt und die Durchblutung in den Hufen besser.
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Wenn der Schmerz zu schlimm ist, kann der Tierarzt dem Pferd ein Schmerzmittel geben, aber hier ist Vorsicht geboten. Schmerzmittel länger als höchstens eine Woche gegeben richten sehr viel Schaden im Körper an. Das Pferd kann so nicht gesund werden. Dasselbe gilt für die ebenfalls den Schmerz lindernden Mittel gegen Arthrose GSM und MSM. Diese Sachen verhindern zwar den Schmerz, aber auch die Heilung.
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Ca. 3 Tage nach Beginn der Heparin-Gabe beginnen die meisten Pferde besser zu laufen. Also Schmerzmittel so kurz wie möglich. Am besten ist hier noch Aspirin, das hat am wenigsten Nebenwirkungen, ist aber auch nicht ohne diese. Ich habe Chiwa die Aspirin-Tabletten folgendermaßen gegeben: Apfel aushöhlen, Tablette rein, Nutella drüber, aber das müßt Ihr selbst irgendwie ausprobieren, wie Ihr „bittere Pillen“ am besten ins Pferd bringt.
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Gut für die Durchblutung wären weiterhin Rutin-Tabletten oder aber Buchweizengrütze, die Rutin enthält, Brennessel, Klettenkraut, Ebereschenzweige, Haselnusszweige, auch Weidenzweige, die übrigens eine Art natürliches Aspirin enthalten. Alles natürlich in Maßen.
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Nicht zu unterschätzen ist bei Hufrehe, dass das Pferd viel trinkt. Achtet auf genug frisches Wasser und einen normalen Kochsalzleckstein oder Himalayasalzleckstein (keinen Mineralleckstein), den das Pferd auch gut erreichen kann, obwohl es lahmt. Falls Ihr das Gefühl habt, das Pferd trinkt sehr wenig, gebt ihm einen Teelöffel Salz ins Futter, damit es Durst bekommt.
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Streicht dem Pferd das Kraftfutter nicht ganz, auch wenn es vielleicht zu dick ist und abnehmen soll, denn es braucht im Hufreheschub dringender als sonst alle B-Vitamine, Magnesium, Zink, Kupfer und Mangan und ganz wichtig essentielle Fettsäuren sowie Glycerin, außerdem die Vitamine A, E und C.
Je nach Größe sollte man dem Tier 250 – 500 g Körnerfutter ruhig lassen. Ich persönlich füttere sehr gern das Müsli Struktur Energetikum der Fa. St. Hippolyt. Besonders viel Mangan und auch andere Mineralstoffe und Spurenelemente, die bei Hufrehe wichtig sind, enthält deren Ergänzungsfuttermittel Mircro Vital, das ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. In diesen Futtermitteln sind natürliche Öle mit optimal zusammengestellten essentiellen Fettsäuren sowie Bierhefe bereits enthalten. Das neue Müsli Equiguard von St. Hippolyt ist auch recht gut bei Hufrehe.
Man kann aber auch ein anderes Müsli nehmen, mit etwas Bierhefe ergänzen und immer ca. 2 Eßlöffel Leinöl, Rapsöl oder Becel-Omega-3-Öl drübertun, und dann ein Mineralfutter als Ergänzung anbieten, das unbedingt Mangan, Zink, Kupfer und Magnesium enthalten sollte.
Dabei solltet Ihr darauf achten, dass das besser nicht haferfrei ist, denn Hafer ist für Hufrehepferde gut verträglich sowie dass Gerste und Mais hydrothermisch aufgeschlossen sind. Sonst lieber nicht füttern. Gerste und Mais in ganzen Körnern oder nur gequetscht sind sehr schwer verdaulich.
Auch noch wichtig ist, es sollte in dem Müsli kein Vitamin K3 (manchmal auch Menadion genannt) enthalten sein. Das ist ein sehr ungesundes, aber billiges, künstlich hergestelltes Vitamin K, das in Menschennahrung bereits gesetzlich verboten ist, aber viele Pferdefuttermittelhersteller verwenden es immer noch.
Durch die Öle hat das Pferd bereits Vitamin E erhalten. Vitamin A (das bildet der Körper selbst aus Beta-Carotin) bekommt das Pferd durch einige Möhren und Vitamin C durch einige Äpfel am Tag. Nicht zu viel von beidem, nur bis zu 1 kg Möhren und 3 – 4 Äpfel geben, wenn das Pferd gerade Hufrehe hat. Und keine unreifen, sondern reife Äpfel. Mal eine Banane enthält viel natürliches Magnesium. Auch davon nicht zu viel wegen dem Zucker darin.
Diese Menge Futter kann man gern auf zwei Portionen verteilen, umso kleiner die Menge, umso verdaulicher das Futter. Ich würde es morgens und abends geben. Die Kräuter, Buchweizen oder Rutintabletten kann man darin gut unterbringen.
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Dann ist es sehr wichtig, die Hufe zu kühlen. Gut wäre es, wenn das Pferd sie in einen Eimer stellt, wo man es ruhig mehrmals am Tag einige Minuten reinstellen könnte, ein Bach wäre natürlich optimal, wenn man sowas in der Nähe hat. Bei Chiwa ging das nicht. Sie ist sehr wasserscheu, aber ich konnte ihre Hufe mit einer Gießkanne begießen. Das ist wie eine Art Kneipp-Kur und regt die Durchblutung an, nimmt außerdem ein bißchen von dem Schmerz.
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Das Pferd wird sehr verspannt sein. Also striegelt es oft und ausgiebig. Das tut ihm gut und hilft dem Kreislauf und auch seiner Seele.
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Dann ruft einen Schmied an, dem Ihr wirklich vertraut. Es gibt in jeder Zunft hier gute und schlechte Handwerker. Es ist daher schwierig bis unmöglich, per Internetauftritt zu sagen, ob das, was Euer Hufbearbeiter machen wird, gut und richtig ist. Wenn Ihr also das Gefühl habt, was er tut, tut Eurem Pferd nicht gut, sucht Euch einen anderen. Ein schlechter Hufbearbeiter kann genauso viel verderben wie ein schlechter Tierarzt.
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Wenn Ihr das Pferd homöopathisch behandeln wollt, bitte seid vorsichtig. Homöopathie kann von einer gut ausgebildeten und kompetenten Person die Behandlung sicherlich sehr gut ergänzen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr hier an jemand geratet, der keine Ahnung hat, ist viel größer als bei den Tierärzten oder Hufbearbeitern, denn jeder kann sich Tierheilpraktiker nennen, auch wenn er nur mal an einem Wochenendkurs teilgenommen hat und das Wort Bachblüten gerade mal schreiben kann.
In meinem Forum habe ich ein Mitglied, wo ich genau weiß, dass sie jahrelang die Schulbank gedrückt hat, um Hierheilpraktikerin zu werden. Bei ihr erlaube ich Werbung gern, aber natürlich ist sie nun nur was für Leute aus ihrer Umgebung, das wäre Norddeutschland. Sie macht z. B. so Sachen wie Aderlaß, Blutegelbehandlung oder Akupunktur.
Seid noch vorsichtiger mit irgendwelchen Wundermittelchen aus dem Internet. Es treiben sich so viele Scharlatane dort rum, die nur an Eurem Leid eine Menge Geld verdienen wollen. Dass ich diese Seite und auch mein Forum habe, hat in einem hohen Maß den Grund, hier ein Gegengewicht zu setzen. Ich hatte in meiner Zeit als Forenmama bisher jede Menge Gelegenheit, viele dieser „Wölfe im Schafspelz“, die angeblich nur helfen wollen, näher kennenzulernen und weiß genau, wovon ich rede.
LG
Renate
 _________________ Lieben wir sie deshalb so, die Pferde, weil sie Zeugen sind aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Freiheit nicht nur ein bloßes Ideal gewesen sein mag. Einmal hat es diese Freiheit wohl gegeben.
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